…am naechsten Morgen endlich den Sueden erreicht hatten…Cochin…
das erste, was ins Auge faellt: der Sueden ist reich…saureich…zwischen der massiven gruenen Vegetation schaut immer mal wieder eine grosse bunte Villa hervor…hier ist der Gegensatz zwischen sehr arm und sehr reich extrem zu spueren…dicke Jeeps neben klappernden Ochsenkarren…die durch lautes Hupen aus dem Weg geschafft werden…auf den Strassen gilt: der Staerkere hat das vorrecht…und erlaubt ist sowieso alles…man munkelt zwar, es gaebe hier den Linksverkehr, aber eigentlich gilt das Prinzip: wo Platz ist, da wird gefahren…das schoenste Beispiel dafuer war unsere Rikschafahrt zu einem bald abfahrenden Bus…wir sagten dem Fahrer, wir haetten es ein wenig eilig…er meinte er kenne eine Abkuerzung…die ging dann durch mehrere Einbahnstrassen…mitten in der angehenden Rushhour…egal…er hupte sich durch…quetschte sich mal nach links, mal nach rechts an die Hausermauern, mal auf den staubigen Seitenweg, mal genau in die Mitte der Strasse, damit die anderen drumherum fahren konnten…wir kamen durch…und rechtzeitig zum Bus…man sagt, der Strassenverkehr in Indien waere die einzig funktionierende Anarchie der Welt…….
zurueck zum wunderschoenen Cochin…fuer uns war es sogar schon zu schoen…zu glatt…zu touristisch und sauber…das waren wir nicht mehr gewohnt…der Stadtteil Fort Cochin liegt auf eienr Halbinsel direkt am Meer…verschlungende Strassen, die aelteste Kirche Indiens und portugiesische Haeuser…wir parkten uns in ein schoenes Zimmer bei ein paar netten Locals ein und schleppten uns durch die Gegend…keine Minute ohne einen klebrigen Schweissfilm auf der Haut…zur Belohnung fuer unseren anstrengenden Reisesprung goennten wir uns die lang ersehnte Ayurveda-Massage..ein Traum…eine Stunde lang…
dann frisch gestaerkt gings auf zum Fischmarkt um die Ecke…das kommunistische und christliche Kerala zelebrierte den Sonntag ebenfalls an der Fischmarktpromenade…in der Hitze, und zwischen Muell und bettelnden Katzen, mit einem Panorama von skuriel aussehenden chinesischen Fischernetzen im HIntergrund boten die Inder lauthals ihre Vielfalt an fliegenbesetzten Fischen, Lopstern, Tiger Prawns und und und feil…haetten wir nicht nachmittags den guten Kumar kennen gelernt, haetten sie uns mit deftigen Preisen gerippt…wie wir hier staendig zu sagen pflegen…aber so half uns unser neuer Freund…der, wie sich spaeter herausstellte der Dorfproll war, der mit seinem Auto…ja Auto udn nicht Moped…mit lauter Musik… er spielte sogar ein Lied von Wir sind Helden fuer uns…am Marktplatz abhing…jedenfalls besorgten Artur und Kumar uns ein Schlaraffenland an Seafood fuer ein Appel und ein Ei, das man in die umliegenden Restaurants mitbringen konnte, die es fuer uns zubereiteten…wir sassen quasi in rieisgen Tiger Prawns, Tuna Steaks und King Fischen…mmmmmmmmmhhhhh
am naechsten Tag hatten wir uns fuer eine Backwater-Tour angemeldet…als Highlight von ganz Indien angepriesen, konnten wir es leider nur als sehr nett und wenig spannend aufnehmen…wir schipperten einen ganzen Tag lang auf einem huebschen aus Palmenblaettern zuammengebastelten Bootchen durch das Netz der Wasserwege, die sich von der Kueste aus landeinwaerts erstrecken…mit dem Boot durchquert man seichte, von Palmen und anderer ueppiger Vegetation gesaeumte Kanaele…entlang deren sich kleine Siedlungen befinden, in denen die Menschen ihrem Tagwerk, wie Kokosnuesse sammeln, Zement aus Muschelkalk herstellen o.ae. … sehr entspannt und schoen kuehl unter dem Sonnenschutz des Bootchens liessen wir uns durch die Stille treiben, die nur durch gelegentliches Plaetschern gestoert wurde, dass der Bambusstab verursachte, den der Bootsfahrer immer wieder in den Kanalgrund steckte, um das Boot anzustossen…kein Motor…zum Mittag gabs ein leckeres Thali…serviert auf Bananenblaettern…auf einer kleinen Miniinsel inmitten eines Sees…wunderschoene Gruentoene und erschlagende Biomasse…aber noch nicht mal die kleineste Vermutung auf eine Schlange oder Pagageien oder andere spannende Fauna…einige der anderen, etwas duemmlich wirkenden Touris, die sich teilweise auf der Fahrt die Naegel feilten, schliefen sogar am Nachmittag ein…Fazit: wunderschoene Natur, interessante Menschen am Ufer, Entspannung pur, Flucht vor der Hitze, aber fuer einen ganzen Tag zu wenig Aktion…nur Artur hatte ein bisschen Aktion hinten im Boot, wo er vom zweiten Bootsfahrer zu mehreren Schnaepschen eingeladen wurde…
den naechsten Tag verbrachten wir Girls mal wieder mit unnoetigem Schmuck-Geschoppe…anschliessend gaben wir uns ein bisschen Kultur…wir schauten uns einen Kathakali-Tanz an…das ist eine dramatische Praesentation einer Hindu-Geschichte, in dem es um Gut und Boese, Schwaeche und Staerke, Armut und reichtum, Krieg und Frieden geht…mehrere Trommler und ein sich in Ekstase oder sogar Trance singender Saenger begleiteten das Stueck, welches von 2 Taenzern in aufwendigen Kostuemen vorgetragen wird…wobei die Taenzer vorher in einem 1,5 Stunden langen Ritual geschminkt werden und sich durch Mediation koerperlich und geistigin die dargestellten Figuren verwandeln…jede Farbe hat eine Bedeutung und es werden ihnen Reiskoerner in die Augen gerieben, damit sich die Augen roeten und die Mimik unterstreichen…das eigentlich Stueck wird nicht durch Singen oder Sprechen, sondern durch extrem praeziese Mimik und Gestik vorgetragen…die Ausbildung zu einem Kathkali-Taenzer dauern jahrzehnte…und keiner von uns koennte auch nur im Ansatz nachmachen, was die da mit ihren Gesichtern alles angestellt haben…natuerlich ohne zu hilfenahme von gegenstaenden…wie gebannt sassen wir die die 2 Stunden auf unseren eigentlich sehr unbequemen Platikstuehlen…und folgten der GEschichte
abends gabs wieder Seafood…is klar…und dann ein privates Taenzchen auf dem Dach unserer kleinen indischen Unterkunft…mit 2 neuen amerikansichen Freundinnen und einem altbekannten Schotten, den witr schon in Goa kennen gelernt hatten…da ganze mit schwer ergattertem Bier, da es dort unten illegal ist…schoene letzte Nacht
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